Heiß: Nokia N8 & S^3
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Im Test: Nokia Booklet 3G Mini-Notebook

Nokia ist in den Markt der Netbooks eingestiegen und präsentiert sein erstes Produkt, das Booklet 3G. Als Betriebssystem kommt Microsoft Windows 7 zum Einsatz. Ich habe mir das Mini-Notebook näher angesehen …

Vorweg einmal die wichtigsten Eckdaten: hochwertiges und stabiles Alu-Gehäuse, Intel Atom Z530 Prozessor mit 1.6GHz Taktfrequenz, 6-Zellen-Akku mit – theoretisch – bis zu 12 Stunden Laufzeit, 10.1″ HD-Bildschirm mit einer HD- Auflösung von 1.280×720 Pixel, HDMI-Schnittstelle für HD Video-Out, 3G/HSPA (HSDPA/HSUPA mit ‘hot-swappable’ SIM-Einschub), Wireless LAN, Bluetooth, eingebauter A-GPS Empfänger mit Ovi Karten, Webcam an der Oberseite des Bildschirms, 1GB Arbeitsspeicher, 120GB Festplatte, SD Kartenleser (HC-fähig, maximal 32GB Speicherkapazität), 3x USB 2.0 Schnittstelle, 3.5mm Audiobuchse, Stereo-Lautsprecher … macht zusammen 264x185x19.9 mm bei einem Gewicht von 1.25kg.

Nachdem wir die technischen Daten, die ganz eindrucksvoll sind, kennengelernt haben, interessiert natürlich, wie sich das Nokia Booklet 3G in der Praxis so anfühlt und im täglichen Einsatz bewährt. Ich konnte es ein paar Tage verwenden und bin schon schwer am überlegen, ob ich es mir zulegen soll oder nicht. Was mich davon aber noch abhält, das ist mein Haupt’kritikpunkt’ zum Booklet 3G: der hohe Preis.

Hochwertige Verarbeitung und Hingucker-Effekt
Auf der Ich-will-es-unbedingt-haben-Seite stehen aber ein paar überzeugende Argumente. Da wäre einmal die hochwertige Verarbeitung und der Hingucker-Effekt. Das Netbook sieht einfach gut aus und es fühlt sich alles sehr hochwertig an. Das Alu-Gehäuse ist stabil und der schwarz glänzende Deckel wirkt edel. Zumindest solange, bis die erste Tapper und Schmierer oben sind, die unausweichlich sind. Im Lieferumfang ist zwar ein Putztuch dabei, aber ich verwende solch ein Netbook zu intensiv, um dauern zu polieren.
Optional gäbe es zwar noch Weiß oder Blau, die aber meines Wissens bei uns nicht angeboten werden. Zumindest zum heutigen Zeitpunkt.
So nebenbei: Schon die blaue Verpackung macht Lust beim Auspacken.

Sind 1.25 Kilogramm nun leicht oder schwer?
Neben dem guten Aussehen muss ein Netbook aber auch noch andere Pflichten erfüllen. Es sollte einmal transportabel sein. Ich will es ja – fast – überall hin mitnehmen. Nachdem ich beim Netbook mit dem Q10air+ in punkto Gewicht sehr verwöhnt bin, waren die 1.25 Kilogramm des Booklet 3G schon ziemlich heftig. Dies ist aber ein subjetiver Eindruck, denn meine bessere Hälfte mit ihrem 13-Zoll-Notebook sprach beim Booklet die Worte ‘jö, ist das leicht’.

Nur sehr selten auf der Suche nach einer Steckdose
Neben der Tragbarkeit sollte der Akku möglichst lange halten. Wenn ich unterwegs bin, dann will ich nicht dauern auf der Suche nach einer Steckdose sein, sondern ein paar Stunden durchkommen. Es ist mir schon klar, dass eine intensive Nutzung von HSDPA, WLAN und – besonders – GPS ordentlich am – 6-Zellen – Akku saugen. Da Booklet überzeugte mich dabei aber auf voller Linie. Selbst bei stärkerem Einsatz der vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten schaffte ich über 6 Stunden, manchmal sogar mehr als 8 Stunden. Perfekt, denn die theoretisch versprochenen ‘bis zu 12 Stunden’ sind ohnehin so realitätsnah wie ein warmer Eislutschger.
Eine Kleinigkeit am Rande: Durch leichtes Drücken auf Ein/Aus-Taste lässt sich der Akkuzustand umstellen: ausbalanciert, Höchstleistung oder Energiesparmodus. Ich habe mich als gelernter Österreich für den Mittelweg, also für den ausbalancierten Modus entschieden.

Angenehm zu lesen und in HD-Qualität
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich – neben der Tragbarkeit und dem Akku – der Bildschirm. Das Nokia Booklet 3G verwendet einen HD-Bildschirm mit einer Diagonale von 10.1″. Aufgelöst wird mit 1.280×720 Pixel. Für meine Anorderungen ein idealer Kompromiss zwischen Größe und Lesbarkeit. Die Helligkeit ist sehr hoch einstellbar (ich habe den Regler meistens mittig positioniert) und auch bei Sonnenlicht (ich habe die raren Sonnenstrahlen der letzten Tage kurz genutzt) ist die Lessbarkeit tadellos.
Der Bildschirm ist leider verspiegelt. Das sieht zwar vom Aussehen her vielleicht besser aus, stört aber unterwegs.
Das Booklet 3G besitzt einen HDMI-, aber leider keinen VGA-Ausgang. Wer das Gerät beruflich nutzen will (beispielsweise für Präsentationen) oder Daheim an einen großen LCD-Monitor anhängen will, der sollte dieses Faktum unbedingt beachten. Beim Stöbern in amazon habe ich zwar Adapter gefunden, kann aber nichts über die Qualität sagen. Was ich aber ausprobiert habe, ist der Anschluss des Booklet via HDMI auf einen HD-Fernseher. Das hat prompt funktioniert. Die Anzeige hat mich zwar nicht vom sprichwörtlichen Hocker gehaut, aber wahrscheinlich muss man ein wenig an den Einstellungen feilen.

Schneller am Notebook oder am Booklet tippen?
Weiter geht’s mit der Tastatur. Wegen der Größe sind die Tasten natürlich etwas kleiner als bei einem ‘normalen’ Notebook, aber nach einer kurzen Um/Eingewöhnung konnte ich gefühlsmäßig keinen Unterschied bei der Eingabegeschwindigkeit bemerken. Da ich häufig meine Notebooks und Netbooks wechsle, kann da aber schon ein hoher Erfahrungswert vorliegen. Ich würde es vor dem kauf einfach mal ein paar Minuten ausprobieren.
Nicht zu bemängeln habe ich beim Touchpad und den beiden Maustasten. Für meine Finger punktgenau angeordnet.

Das Booklet ist für die Kommunikation geboren
Wer ein Netbook verwendet, der will unterwegs auch kommunizieren. Das ist mit dem Booklet kein Problem, da es alle derzeit aktuellen Arten zum Kommunizieren beherrscht: 3G/HSPA (HSDPA für schnellen Download, HSUPA fürs schnellere Hochladen), Wireless LAN und Bluetooth. Bereits stehen zudem drei USB 2.0 Schnittstellen (zwei an der linken, eine an der rechte Seite des Gehäuses), der bereits erwähnte HDMI-Ausgang, ein eingebauter A-GPS-Empfänger (aktiviert sich bei 3G) sowie eine 3.5mm-Audiobuchse. In einem Wort zusammengefasst: passt.
Die SIM-Karte wird seitlich ins Gehäuse eingeschoben. Damit muss bei einem Wechsel oder der Herausnahme der Karte nicht – wie bei anderen Netbooks – der Akku entfernt werden.
Erwähnenswert ist noch der ‘soziale Hub’, der über Fn+11 aufgerufen wird. Darüber kann man Kurzmitteilungen senden und empfangen sowie auf soziale Dienstprogramme im Internet zugreifen. Außerdem lassen sich in den Programmen Bilder und Videos als Vollbild anzeigen und auf Links des Internet-Browsers zugreifen, die automatisch im laufe des Tages gesammelt werden.
Tipp: Im Flugmodus werden alle Kommunikationsarten deaktiviert. So kann man das Booklet auch im Flugzeug – dank der Akkuleistung auch auf Transatlantikflügen – verwenden.

Über den Hauptspeicher, die Festplatte und Erweiterungsmöglichkeiten
Das Booklet 3G besitzt einen 1 GB großen Hauptspeicher, über eine eingebaute Festplatte mit einer Kapazität von 120 GB sowie einen – seitlich angebrachten – Steckplatz für SD-Karten. Ich hatte beim Test beispielsweise eine 32 GB SD-Karte drinnen.
Da standardmäßig Windows als Betriebsystem installiert ist (beim Testgerät war es die Home Premium Edition), hätte ich mir um diesen Preis schon 2 GB Hauptspeicher erwartet. Das bringt einfach ein merkbares Plus an Geschwindkeit. Da es unterschiedliche Meinungen über die Erweiterbarkeit auf 2 GB gibt und mir niemand eine konkrete Antwort geben konnte, ist das neben dem Preis mein zweiter Hauptkritikpunkt am Booklet!
Sicher ist sicher: Mit dabei ist ein Festplattenschutz, der die Festplatte automatisch bei zu abrupten Bewegungen oder Fallen des Geräts schützt.

Weitere Informationen und persönliche Eindrücke
• Beim Prozessor handelt es sich um einen Intel Atom Z530 mit einer Taktfrequenz von 1.6 GHz. Da bei diesem Prozessor kein Ventilator notwendig ist, wird das Booklet 3G im Betrieb als angenehm leise empfunden.
• Bei längerem Betrieb wird das Gerät an der Unterseite warm. Das ist aber nicht so tragisch.
• An der Oberseite des Bildschirms befindet sich – mittig platziert – eine Webcam. Beispielsweise zum Einsatz mit Skype.
• Seitlich vorne links und rechts angebracht sind die Stereo-Lautsprecher. Vom Sound her OK, aber nicht ‘berauschend’.
• Um Systemupdates kümmert sich der ‘Booklet Software Updater’
• Zahlreiche blaue LEDs im Gelenk zwischen Bildschirm und Gehäuse informieren über divere Aktivitäten und Zustände. Diese LEDs sind auch von außen – wenn das Booklet zugeklappt ist – sichtbar.
• Leicht transportabel ist das Netzteil mit integriertem Kabelaufroller.

Zusammengefasst: Das Nokia Booklet 3G ist ein sehr hochwertiges Gerät mit einer üppigen Ausstattung, einem tollen Bildschirm, einer angenehmen Tastatur, allen notwendigen Kommunikationsarten und einer langer Akkulebensdauer. Mir persönlich wären noch ein paar Gramm weniger und 2 GB Hauptspeicher wichtig. Schluck: Nokia will knapp 800 Euro dafür. Das dürfte wohl viele Interessenten ziemlich abschrecken.

www.nokia.at/booklet3g

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